In der Werbetechnik-Branche entstehen täglich Berge von Müll die zum Teil vermeidbar sind. Um das genauer zu erklären, möchte ich heute ein wenig aus unserem Alltag erzählen. 

Bei der Produktion von einem SALE Schirftzug werden mit einem Messer die Buchstaben in eine Beschriftungsfolie geschnitten. Das Ganze passiert mit einem Plotter, dessen Messer so eingestellt ist, dass es die wenigen Mikrometer an Folie schneidet, aber nicht den beschichteten Kartonpapier, dem Trägermaterial, der auf der Klebeseite der Folie angebracht ist. Mit einer Nadel oder einem Grafikermesser werden dann alle Folienteile die nicht zu den Buchstaben gehören in Handarbeit entfernt und laden im Abfall. Die Folien haben im Schnitt eine Breite von 1260mm. Bestellt ein Kunde zum Beispiel einen SALE Aufkleber in Pink mit einer Breite von 400mm x 150mm, bleiben Rund 800mm x 150mm verwendbares Material übrig. Da der Plotter aber immer die ganze Folienbreite zum arbeiten benötigt, schneidet der Plotter diesen Plottjob bei ca. 170mm über die ganze Breite ab. Wir hätten dann einen Aufkleber 400 x 150mm und einen Abfall von 800 x 170mm. Da dieser Streifen aber zu klein wäre um ihn noch einmal zu verwenden landet so ein Rest bei vielen aus unserer Branche im Müll. So auch bei uns - denn die Reste zu sammeln macht erst ab einer Breite von 20cm einen Sinn, da kleinere Reste vom Plotter nicht verarbeitet werden könnten. Allerdings ist das Sammeln von diesen Resten auch problematisch, denn Folien bzw. deren Kleber haben, ähnlich wie Lebensmittel, eine Mindersthaltbarkeit. Im Laufe der Zeit verflüchtigen sich die Weichmacher der Kleber und die Folien sind dann nicht mehr zu gebrauchen. Außerdem entstünde bei einem Angebot von über 200 verschiedenen Farben ein Restelager, welches wirtschaftlich nicht haltbar, sehr schnell unübresichtlich und nicht unserem Anspruch von bester Qualität entsprechen würde. 

Aus diesem Grund haben wir eine Software entwickelt, die unsere Druck- und Plottjobs aus allen Shopbestellungen im Vorfeld erst nach Farben sortiert und dann die jeweiligen Jobs auf den entsprechenden Materialien so anlegt, dass wir das Maximum an Material verwenden und den Verschnitt auf ein Minimum reduzieren können. Das kostet zwar etwas mehr Zeit, da wir viele verschiedene Aufträge zwar gleichzeitig fertigen, aber bei mehrteiligen Bestellungen auch wieder extra Platz und Manpower benötigt. Allerdings wir sind der Überzeugung, dass wir mit dieser Maßnahme das Bestmögliche zur Schonung von Resourcen und Umwelt in diesem Breich beitragen können.

Und auch unsere verbleibenden Abfälle landen nicht einfach im Müll - unser Entsorgungspartner Wittmann Entsorgung trennt unseren Restmüll und verwertet diesen fachgerecht und umweltschonend. 

Achtung, hier kommt ein Karton

Auch bei der Verwertung von Kartonagen haben wir uns schon vor Jahren etwas einfallen lassen. Wobei einfallen lassen nicht ganz richtig ist... Wir hatten zur SALE Zeit überdurchschnittlich viele Bestellungen und uns ging die Verpackung aus. Was wir damals  bis dahin wöchentlich zum Wertstoffhof gebracht hatten, war jetzt unsere Rettung. Die Karonagen unserer Lieferanten! Sicherlich hat sich der ein oder andere Kunde schon mal gefragt, warum er seine SALE-Aufkleber, Banner oder Plakate in einem Schuhkarton von Engelbert Strauß bekommt oder - was wir immer verwerten - in einem Karton von unseren Folienherstellern wie ORAFOL, 3M, LLumar oder Avery? Wir hatten uns damals die Frage gestellt, warum wir diese überduchschnittlich stabilen Karonagen unserer Hersteller nicht schon immer verwendet haben? Halten sie zum Teil das Gewicht einer Person mit 60kg aus ohne sich zu verformen!

Wir beliefern zu 99% B2B Kunden, die bei uns Ihre Aufkleber bestellen, wir produzieren und versenden die Waren mit UPS oder DPD und Sie als Kunde haben dann 60 Sekunden Freude beim auspacken und werfen diesen Karton dann weg. Ein teurer Spaß für so eine kurze Bewunderung über einen schönen Karton. Und mit teuer sprechen wir jetzt nicht alleine von den Kosten des Verpackungsmaterial. Dahinter steckt ja noch so viel mehr! Altpapier wird zwar auch wiederverwertet, aber das kostet Treibstoff, Arbeitskraft, Energie, Chemie usw, die Liste ist lang wenn man die ganzen Prozesse betrachtet die beim Altpapier durchlaufen werden....und das alles für diese 60 Sekunden? Den UPS Fahrer juckt es herzlich wenig was auf der Verpackung steht die er durch die Gegend karrt und für Sie als Kunde sollte ja auch der Inhalt im Vordergrund stehen.

Und nein! Wir sparen damit nicht wirklich Geld oder sind besonders geizig - denn es kostet uns einiges die Kartonagen zu sammeln und zu lagern. Außerdem sind diese Schachteln meist bis zu 1,7m lang und werden von uns dann in zwei oder drei kleinere Kartons zerteilt. Das kostet Zeit - und die kostet mehr Geld als ein neuer Karton. Um aber einen weiteren kleinen Beitrag zur Schonung von Ressourcen und Umwelt zu leisten, verzichten wir gerne auf die 60 Sekunden Ruhm für einen schönen Karton mit eigenem Log. Wir sind der Meingung das muss nicht sein!  Und wo ist der Gewinn für den Kunden? Sie erhalten Ihre Ware immer in einem Stück. Seit 2015 hatten wir keinen einzigen Fall mehr wegen eines Transportschadens.

Ihre Meinung ist uns wichtig!

In der Vergangenheit wurden wir ein paar Mal auf unsere Verpackungspraktiken angesprochen. Wir wären geizig oder die Verpackung sei schäbig. Es stimmt schon, hin und wieder sehen die Kartons nicht mehr wirklich schön aus, aber sind von ihrer Stabilität oder Funktion nicht eingeschränkt, denn unsere Lieferanten sind mittlerweile auch dahinter gekommen, dass diese Verpackung - gerade bei unseren Folienherstellern - so einiges aushalten kann. Wir verwenden nur transparentes und Lieferanten meist das billigere braune Klebeband. Darum ist uns Ihre Meinung wichtig! Ist Ihnen ein neuer Karton, der lediglich zum Transport dient und die Ware vor Schaden schützen soll, wichtig oder teilen Sie unsere Auffassung, dass man hier einen entscheidenden Beitrag zur Vermeidung von Verpackungsmaterial leisten kann und vor allem soll.